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Soulist & Cut Spencer



Soulist & Cut Spencer machen echten Hip Hop von der Pader!
Soulist & Cut Spencer machen echten Hip Hop von der Pader! (Foto: Maximilian Middeke)

Soulist & Cut Spencer – Das ist Paderborner Hip Hop Musik mit witzigen, wortakrobatischen Zungenbrechern und kinderfreundlichen Ohrwürmern, auf soulige Intrumentals, die stark an die „Alte Schule des Hip Hop´s“ erinnern. Unser Musikexperte Ralf traf Daniel Jekosch aka „Soulist“ und seinen DJ, Sven Niemann aka „Cut Spencer“, um ihnen einige Fragen zu ihrer Musik und dem neuen Album „Megafon“ zu stellen.

HochGLANZ:  Ihr arbeitet ja zu zweit, seid somit quasi ein Duo. Wie lange macht ihr schon Hip Hop Musik?

Soulist: Angefangen haben wir beide ca. 1999. Früher habe ich mich noch als DJ und Beatproduzent versucht, bis ich 2005 meinen ersten Text schrieb. Ein Jahr später traf ich Spencer im „Grünen Frosch“, der dort die Platten drehte und mich sofort überzeugte. Seitdem arbeiten wir zusammen, aber „Duo“ ist wohl das falsche Wort, denn im Hintergrund sind noch einige Produzenten und Rap-Partner, die an den Liedern beteiligt sind.

HochGLANZ: In eurer Musik findet man immer wieder soulige und jazzige Einflüsse. Wer sind eure Vorbilder?

Soulist/Cut Spencer: Wir wurden beide stark geprägt vom Hip Hop aus New York wie z.B. Guru & DJ Premier, Nas, A Tribe Called Quest außerdem DJ Shadow und Common oder Funk/Jazz Artists wie The Meters und Bob James. Deutsche Einflüsse z.B. Blumentopf, Eins Zwo und Freundeskreis.

HochGLANZ: Soulist, wie kommst du auf deine Textideen und wer ist außerdem an der Entstehung eines Songs beteiligt?

Soulist: Die Ideen zu meinen Texten kommen in der Regel wenn ich die Instrumentals höre, die meine Beatproduzenten (Olivier, Spencer & The Intern) für mich kreieren. Ich lasse mich vom Feeling der Musik, meiner Umgebung und den Medien inspirieren und versuche dann durch eigene Erfahrungen, immer mit einem gewissen Wortwitz und Selbstkritik, die Thematik auf den Punkt zu bringen. Abgerundet wird fast jeder Song mit kreativen „Scratch-Einlagen“ von Cut Spencer, was mir ganz wichtig ist, denn leider wird der DJ, von den wenigsten Künstlern noch berücksichtigt. 

HochGLANZ:  Und warum rappst du auf Deutsch?

Soulist: Hip Hop ist eine so aussagekräftige Musikrichtung, die etwas bewegen kann, wenn man sie richtig einsetzt. Leider wird sie immer wieder zum schlechten Zweck entfremdet. Es ist ein Sprachrohr und ich will, dass der Hörer jedes einzelne Wort aufnehmen kann und das klappt in Deutschland auf Deutsch wohl am besten. 

Mit dem Album „MEGAFON“ gebe ich meiner Stimme den Verstärker, um noch mehr Menschen zu erreichen und das Feedback schallt zur Zeit ganz gut zurück.

Cut Spencer: Ich glaube Soulists Englisch ist auch zu schlecht um einen ganzen Text zu schreiben. (scherz - *lach)

HochGLANZ: Ihr arbeitet viel mit Samples (Soundschnipsel) in den Beats & Sätzen aus Filmen. Im Song „Ohr an Großhirn“, führst du einen witzigen Dialog mit Otto Waalkes, zum Thema „Wie werde ich ein guter Hip Hopper?“, dessen Stimme ihr von Schallplatte entnommen habt. Wie lange sucht ihr, bis das richtige Sample gefunden wurde?

Soulist/Cut Spencer: Das ist unterschiedlich. Mal suchen wir Stunden bis Tage und mal „fliegt“ uns das passende Sample einfach zu, da wir eh fast den ganzen Tag Musik hören. Das ist bei Filmsamples und beim „Otto“ Song ähnlich. Es macht einfach Spaß und bringt Abwechslung in unsere Musik.

HochGLANZ: Ihr müsst ja eine unwahrscheinlich große Plattensammlung haben. Wie viele Scheiben besitzt ihr ungefähr?

Soulist/Cut Spencer: Wir besitzen beide um die 1000 bis 1500 Schallplatten – und es werden immer mehr (lach).

HochGLANZ: In den Texten wird auch oft unsere schöne Domstadt Paderborn erwähnt. Wie steht ihr zu Paderborn?

Soulist/Cut Spencer: Paderborn ist eine schöne Stadt, da lässt es sich gut Leben – bei leckeren Paderborner Brot & Bier (lach). Wir haben sehr viel Kultur zu bieten in allen Bereichen. Nur leider wird von der Stadt, was Jugendkultur angeht, kaum eine Plattform geschaffen und manchmal wünscht man sich mehr Alternativen, was subkulturelle Clubs angeht. Wir genießen gerne den Sommer, auf den Paderwiesen und vermissen z.B. jedes Jahr eine Bühne mit Live Musik. Und wir vermissen Sound & Vision – der beste CD/Vinyl Laden in PB – Danke Willi & Eo für Jahre lange gute Beratung.

HochGLANZ: Es gibt hier in Paderborn ja einige talentierte Hip Hop Künstler. Wie steht ihr zur Paderborner Rap Szene? 

Soulist: Definitiv hat Paderborn einige junge und alte Talente zu bieten und das nicht nur im Hip Hop. Wir treffen uns regelmäßig mit anderen aus verschiedensten Musikrichtungen und tauschen uns aus. Ich habe früher vier Jahre lang, einmal im Monat, ein Hip Hop Café im Multicult mit Freunden veranstaltet. Doch was die Szene angeht, halt ich mich heute eher im Hintergrund auf. Szene hin Szene her. Hauptsache man hat Spaß am musizieren.

HochGLANZ: Wann kann man euch denn hier in Paderborn mal  live erleben?

Cut Spencer: Ich lege einmal im Monat bei der „Wildstyle - Party“ im Cube auf  und in der neuen Kneipe Sputnik kann man mich regelmäßig an den Plattentellern sehen, wo es heißen Soul, Jazz, Funk & Hip Hop auf die Ohren gibt.

Zur Zeit sind leider keine Termine für unser Live Programm zum „Megafon“ Album in Aussicht, aber wir freuen uns über jede Einladung – also meldet euch!!!

HochGLANZ: Wo kann man deine/eure CD‘s käuflich erwerben?

Soulist/Cut Spencer: Bei „Slider – The Boardshop“ in der Franziskanergasse oder wenn man uns in der Stadt trifft, haben wir meistens ein Exemplar im Rucksack. Über die Internetadressen: myspace.com/hobbykicker & facebook.com/soulist85 kann man die CD bestellen und ins Album reinhören. 

>> rg