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Bei der Arbeit im Kampf gegen Falschparker
Bei der Arbeit im Kampf gegen Falschparker

... ärgern sich Tag für Tag zig Leute, die nach getanem Einkauf die Windschutzscheibe ihres Autos mit einem ungeliebten Zettelchen verziert vorfinden. Die Parkzeit ist längst abgelaufen. Da war eine „Überwachungskraft für den ruhenden Verkehr“ – im Volksmund auch Politesse genannt - wohl etwas früher am Wagen als der Besitzer. Dass diese oder dieser Angestellte der Stadt das aber nicht aus Boshaftigkeit getan hat, will HochGLANZ klarstellen und trifft Patricia Auster und Petra Dreier, die seit Jahren auf den Straßen Paderborns unterwegs sind und sich täglich so einiges anhören müssen...

Wir sitzen in der B.O.S.S.-Wache, quasi der Einsatzzentrale der beiden Damen. Die Stimmung ist locker, obwohl es an diesem Tag schon wieder so einige Beschimpfungen gegeben hat und nach dieser Pause auch sicher noch weiter geben wird.

„Man bekommt im Laufe der Zeit einfach das sprichwörtlich dicke Fell, ohne das könnte man wohlmöglich gar nicht mehr raus gehen“, berichten die beiden. „Die Aggression der Menschen hat sich im Lauf der letzten Jahre allerdings dramatisch zugespitzt“. Patricia Auster, die diese Stelle vor zehn Jahren auf eine Zeitungsannonce hin bekommen hat, kann so manche Geschichte erzählen. Auch Petra Dreier, seit siebeneinhalb Jahren im Dienst, hat ihre Erfahrungen gemacht. „Es gibt da eindeutig zwei verschiedene Kategorien von Menschen. Die einen akzeptieren die Verwarnung und bleiben auch freundlich dabei, die anderen akzeptieren sie nicht und werden teilweise sehr ausfallend“, so Frau Auster.

Dass dies teilweise bedrohliche Ausmaße annimmt, erschüttert die beiden freundlichen Damen. Dabei versuchen sie immer, die Situation stets unter Kontrolle zu haben und bei Bedarf deeskalierend zu reagieren. Sie haben sogar an speziellen Deeskalationslehrgängen teilgenommen. Man lernt dabei unter anderem, verschiedene Artikulationen und Gesten der Menschen zu deuten und mit ihnen umzugehen. 

„Wir erkennen im Gespräch immer sehr schnell, mit wem wir es da zu tun haben“, erklären beide. „90 Prozent der ausfallend werdenden Menschen bekommen wir wieder „runter“. Wenn es aber nicht zu schaffen ist, unter die Gürtellinie geht, beleidigend oder gewalttätig wird, ziehen wir uns entweder zurück oder holen die B.O.S.S.-Wache bzw. die Polizei.“ Innerhalb weniger Minuten sind die Kollegen dann vor Ort. Trotzdem geht die Angst geht immer ein bisschen mit. „Gerade nachts kann es teilweise unangenehm sein.  Man weiß halt nie, was einen erwartet“.

Kommt es indes zu einem Aufeinandertreffen von Fahrzeughalter und „Politesse“, sind der Ausreden-Kreativität keine Grenzen gesetzt. Von „Ich war mal eben Geld wechseln“, über „Ich war nur eine Minute weg“ bis hin zu „Ich war noch beim Arzt“ gibt es keine Ausrede, die es nicht gibt. Doch die Damen bleiben hart, da wird kein Auge zugedrückt. „Nur in absoluten Notsituationen werden die Daten wieder gelöscht. „Neulich stand ein Wagen auf einem Schwerbehindertenparkplatz. Der Fahrer hatte eine Person ins Krankenhaus gebracht. Eine solche Situation zum Beispiel ahnden wir nicht“, so Petra Dreier.

Im Berufsalltag der Angestellten für den ruhenden Verkehr gibt es aber auch viele nette Situationen. „Wir freuen uns, wenn wir freundlich angesprochen werden. Viele der Parksünder sehen ihre Schuld auch ein. Dann können nette Gesprächssituationen entstehen“. Der Ton macht also die Musik. Patricia Auster und Petra Dreier führen ja schließlich auch nur ihren Beruf aus. Eine wichtige Information wollen die beiden Damen aber gerne noch preisgeben. „Immer wieder werden wir darauf angesprochen, ob wir für die Knöllchen auch Provision erhalten. Das stimmt nicht. Wir werden ganz normal nach Gehalt bezahlt, egal wie viele oder wenige Parksünder wir registrieren“. Die Pause ist zu Ende, wir gehen wieder raus auf die Marienstraße, Richtung Königstraße. Dort warten bereits die ersten „Kunden“...                                                                   >> mk