Vorwort: Monsignore Alois Schröder, Dompastor

- Monsignore Alois Schröder, Dompastor
Allerheiligen oder Halloween?
Gemeinsam ist ihnen, dem Fest Allerheiligen und Halloween, lediglich das Datum, der 1. November. Und damit ist auch die Gemeinsamkeit bereits erschöpft. Auch als Alternative zum Allerheiligenfest taugt Halloween nicht.
Um was geht’s? Das Wort Halloween meint den Abend vor Allerheiligen also: „All Hallows Evening“. Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. feierten die Kelten am 31. Oktober ihr Neujahrsfest. Sie glaubten, dass nur an diesem Tag die Toten die Chance hätten auf ein Leben nach dem Tod. Dazu müssten sie sich der Seele eines Lebenden bemächtigen. Um das zu verhindern und die Geister fernzuhalten, verkleideten sich die Menschen mit schrecklichen Masken und zogen lärmend durch die Gegend. Der Halloween-Brauch kam durch irische Einwanderer im 19. Jahrhundert nach Amerika. Bei uns wurde daraus ein schaurig-schönes Spektakel gemacht; ohne einen religiösen Bezug, nur weil es Spaß macht.
Allerheiligen wird als christliches Fest gefeiert. Und dazu gibt es allen Grund. Dieses Fest lenkt unseren Blick auf die Menschen, die in der Nachfolge Jesu den Weg des Glaubens und der Liebe gegangen sind. Sie haben bereits ihr letztes Ziel erreicht. Gott hat ihr Leben angenommen, auch und gerade in seiner Begrenztheit und Armseligkeit. Ihre Sehnsucht nach dem Himmel hat sich erfüllt.
Die Heiligen dürfen wir als Vorbilder und Fürsprecher verehren. So manche unserer lieben Verstorbenen waren überzeugende „Alltagsheilige“. In ihnen hat der Glaube Hand und Fuß bekommen, ist er in der Liebe zur Tat geworden, ist Gott selbst aufgestrahlt. Ja: „Heilige sind Menschen, durch die es anderen leichter wird, an Gott zu glauben“ (Nathan Söderblom). Deshalb haben Christen allen Grund, mit Freude und Dank „Allerheiligen“ zu feiern!
Monsignore Alois Schröder, Dompastor




