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Wie die Farbe auf das Papier kommt



Papier ist schwer: Etwa zweieinhalb Tonnen wiegt eine HochGLANZ Ausgabe, gedruckt wird sie bei CW Niemeyer DRUCK in Hameln. Zu Gutenbergs Zeiten noch „Schwarze Kunst“ genannt, ist heutiger Offsetdruck ein standardisierter industrieller Fertigunsprozess.

6.Juli 2010:  Die  Daten für den Umschlag sind an die Druckerei übertragen worden, dort werden sie zunächst einer elektronischen Prüfung unterzogen (der sogenannte „Preflight Check“). Sind die Daten in Ordnung und freigegeben, so werden die einzelnen Seiten zu einem Druckbogen „montiert“. Früher wurden hier belichtete Filme aneinander geklebt, heute geschieht dies elektronisch. Auf einen Druckbogen passen jeweils acht DIN A4 Seiten, daher werden pro Bogen jeweils vier Umschläge gleichzeitig produziert. Gedruckt wird im Offsetdruck mit vier Druckfarben. Dazu müssen die Druckdaten in diese vier Farben (Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz) separiert und für jede dieser Farben eine Druckplatte erstellt werden. Für die Libori Ausgabe waren das somit 40 Stück. Sie bestehen aus beschichtetem Aluminiumblech, welches durch Belichtung seine Eigenschaften ändert. Es entstehen wasserabstoßende und wasseranziehende Bereiche. Die wasserunlösliche Druckfarbe bleibt somit nur an den später bedruckten Stellen haften.

Die Herstellung von Druckplatten erfolgt heute im „Computer to Plate“ (CTP) Verfahren, der früher notwendige Zwischenschritt über belichtete Filme entfällt, so dass dieser Vorgang nur noch wenige Minuten pro Platte in Anspruch nimmt.
Gleichzeitig werden von einigen Seite auch farbverbindliche Ausdrucke („Proof“) angefertigt, die später an der Druckmaschine zur Kontrolle des Druckergebnisses verwendet werden. Diese Proofs kommen zwar aus Tintenstrahldruckern, simulieren aber das endgültige Druckergebnis einschließlich des Farbtones des verwendeten Papieres.

7.Juli 2010:  Der Umschlag wird auf einer Bogendruckmaschine produziert. Hierbei laufen einzelne Papierbögen durch vier Farbwerke, in denen jeweils eine Farbe aufgedruckt wird. Beim Offsetdruck wird die Farbe nicht direkt von der Platte auf das Papier, sondern auf einem Umweg über ein Gummituch übertragen.

Die Druckfarbe wird in jedem Farbwerk über Walzen gleichmäßig zugeführt, die Farbmenge kann in 32 Zonen abhäng von der jeweiligen Flächendeckung reguliert werden. Zuviel Farbe lässt die Rasterpunkte zulaufen, zuwenig führt zu einem blassen Druckbild. Um die Farbschichtdicke überprüfen zu können enthält jeder Druckbogen sogenannte Druckkontrollstreifen, diese können mit Messgeräten ausgewertet werden. Die Sollwerte sind dabei in der ISO 12647, dem sogenannten „Prozessstandard Offsetdruck“ festgelegt, nach dem auch CW-Niemeyer DRUCK zertifiziert ist. Dies hat den Vorteil, dass eine Druckabnahme vor Ort nicht mehr notwendig ist, da die Farben am Bildschirm dem späteren Druckergebnis entsprechen.

Eine Bogendruckmaschine produziert pro Stunde  12.000 Druckbögen, dieser Stapel wird dann gewendet und durchläuft ein zweites Mal die Druckmaschine, denn diese bedruckt immer nur eine Papierseite. Die fertigen Druckbögen müssen nun erst einmal etliche Stunden trocknen, bevor in einem weiteren Arbeitsgang die Außenseite mit einer Lackschicht versehen wird, die dem Endprodukt das typische „HochGLANZ“ Erscheinungsbild gibt.

14.Juli 2010:  Nun sind auch die Daten für den 64 Seiten Innenteil übertragen und freigegeben. Diese Bögen werden jedoch auf einer Rotationsdruckmaschine produziert, diese besitzt vier Doppeldruckwerke, die gleichzeitig die Ober- und Unterseite  des Papiers bedrucken kann. Zugeführt wird das dieses hier auch nicht in Einzelbögen, sondern als kontinuierliche Papierbahn von einer Rolle. Hinter den Druckwerken durchläuft das Papier einen 120 Grad heißen Trockner, der die Druckfarbe soweit trocknet, dass  die Papierbahn im folgenden Falzwerk   zusammengefaltet (gefalzt) und geschnitten werden kann.
Auch läuft eine Rotationsdruckmaschine wesentlich schneller (50.000 Bögen pro Stunde), so dass die vier Bögen einer HochGLANZ Ausgabe nach etwa einer Stunde transportfertig für die Buchbinderei auf Paletten gepackt sind.

Anschließend geht es dann per Spedition zur Buchbinderei Hischer nach Paderborn, wie dort daraus fertige HochGLANZ Magazine werden und wie diese zu Ihnen kommen lesen Sie in der Oktober Ausgabe.  <<