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Safe And The City

 

Es passiert täglich – auch auf Paderborner Straßen. Der vorausfahrende PKW bremst abrupt und der Nachfolger „rumst“ drauf: Crash! Zu hohe Geschwindigkeit, zu wenig Abstand zum Vordermann und Ablenkung durch Gespräche mit dem Beifahrer sind oftmals Ursachen dieser Unfälle. 

 

Klar, jeder hat richtiges Verhalten im Straßenverkehr in der Fahrschule gelernt, aber das ist bei vielen teils Jahrzehnte her. Beim Autofahrer schleicht sich im Laufe der Zeit eine trügerische Selbstsicherheit ein. Getreu dem Motto „Mir kann schon nichts passieren“ fährt man nach seinen Gewohnheiten, die einen immerhin schon jahrelang unfallfrei durchs Leben gebracht haben. Aber das kann schneller vorbei sein als einem lieb ist. Der ADAC bietet daher seit 2003 auf dem Fahrsicherheitsgelände an der Borchener Straße 340 (Gewerbegebiet Mönkeloh), direkt an der A33 Fahrsicherheitstrainings für Männer und Frauen an. Diese erfreuen sich bei PKW-, Motorrad- und Klein-LKW-Fahrern einer immer größer werdenden Beliebtheit. HochGLANZ war einen Tag lang zu Gast auf dem Gelände.

 

11 Uhr morgens. Zwei verschiedene Gruppen mit jeweils etwa  zwölf Teilnehmern haben sich mit ihrem Fahrsicherheitstrainer auf dem Gelände verteilt. Die Männer und Frauen jeder Altersstruktur haben alle ihren eigenen PKW mit dabei. Schließlich soll das richtige Verhalten im und am eigenen Fahrzeug verbessert werden. Genau da liegt schon das erste große Problem, weiß Michael Bartz, Geschäftsführer und Cheftrainer des Fahrtrainingszentrums. „Wir haben schon erlebt, dass von 24 Teilnehmern nur zwei (!!!) die Hilfs- und Regelsysteme ihres eigenen Fahrzeuges kannten. Andersherum gesagt, 22 Autofahrer konnten mit der Hilfstechnik, die ihnen ihr Wagen bot, überhaupt gar nichts anfangen. Erschreckend! Was macht mein Auto mit mir, was mache ich mit meinem Auto, welche Systeme zur Fahrsicherheit hat es. Das alles sind Fragen, die äußerst wichtig sind für ein sicheres Fahren“, so Bartz. Dabei ist dem Fachmann mit über 30-jähriger Erfahrung wichtig, dass es sich bei den Fahrsicherheitstrainings nicht um reine Technikschulungen handelt, sondern dass vielmehr ein Bewusstsein für die Existenz der Systeme erlernt wird.

 

Doch Sicherheit fängt schon lange vor den Hilfssystemen des Fahrzeuges an. Das A und O der Fahrsicherheit ist das richtige sitzen. Richtig lenken, schauen und bremsen gehören auch noch dazu. Der perfekte Kontakt zur Rückenlehne, die Position der Kopfstütze, die Winkelstellung der Beine – all das richtig berücksichtigt hat man die Sicherheit auf seiner Seite. Dass man mit einem angewinkelten Bein einen größeren Druck auf die Bremsen ausüben kann als in einer leger gestreckter Haltung, ist schnell nachvollziehbar, wird aber kaum so gemacht.

„Ein weiterer häufiger Fehler bei vielen Autofahrern ist das oftmals übertriebene Lenken. Wir zeigen, wie man mit relativ wenig Lenkeinsatz Bewegungen perfekt reguliert“, so Michael Bartz.

 

Selbstverständlich arbeiten die Trainer auch mit pädagogischen Aspekten. Ein Mensch lernt im Leben nun mal nie aus. Sehr eindrucksvoll wird vermittelt, wie groß die Ehrfurcht vor Geschwindigkeit sein sollte, damit es nicht zu tragischen Unfällen kommt. Denn es ist immer noch ein Mensch, der den Wagen steuert.

 

Die Teams haben sich mittlerweile nach Absolvierung des Zick-Zack-Kurses an der Wasserbahn aufgestellt. Per Funk erhalten die Fahrer Anweisungen und Tipps in ihr Auto. Anfahren, Wasserfontäne, richtiges Ausweichen – hier ist Aufmerksamkeit und perfekte Handhabung des Autos gefragt. Einige Teilnehmer meistern die Prüfung – oftmals Dank der vorhandenen Sicherheitssysteme ihres Autos sehr gut, andere wiederum kommen mit der Situation noch nicht recht klar. Dafür wird aber immer und stetig weitergeübt, bis es wirklich jeder „drauf“ hat.

 

Fahrspaß mit Sicherheit oder Sicherheit mit Fahrspaß – wie man es auch drehen mag, beides trifft 100% zu. Das merkt man sehr schnell, wenn man die Teilnehmer auf dem Gelände des ADAC beobachtet. Verblüffung über falsch geschätzte Bremswege, Freude über die rasante Fahrt vorbei am Wasserhindernis oder Staunen über das ausbrechende Heck bei Kurvenfahrten – Langeweile kommt hier keine auf.

Nach einer Mittagspause gehen die Übungen weiter. Auch etwas Theorie ist dabei, zum Beispiel wie man spritsparender fährt, wie Ladungen in Autos besser gesichert werden sollten oder dass auch der Reifenluftdruck für ein sicheres Fahren eine große Rolle spielt.

Am Ende des Übungstages sind die Teilnehmer um so einige Erfahrungen reicher. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich so viel falsch mache beim Autofahren“, erzählt uns eine Teilnehmerin mittleren Alters. Und auf die Zufriedenheit der Teilnehmer ist auch Michael Bartz stolz. „Es zeigt uns, dass die Sensibilisierung für richtiges verhalten am Steuer wichtig ist und sehr gut ankommt. Einige Teilnehmer absolvieren die Kurse sogar mehrmals“. Nicht zuletzt entsteht an solch einem Tag auch ein gewisser Teamgeist. Der Spaß kommt nicht zu kurz.

 

ADAC steht für Qualität und Know how. Das ADAC-Fahrsicherheitstraining ist seit Jahren von der DEKRA nach ISO-Norm zertifiziert. Das heißt genau, dass nachprüfbare Qualitätskriterien bei der Platzausstattung, bei der Traineraus- und weiterbildung sowie bei den Trainingsinhalten und der –vermittlung erfüllt werden. Das Gelände an der A33 ist eins der modernsten bundesweit. Gewünscht hat man sich seinerzeit eine Teilnehmerzahl von ca. 3000 pro Jahr. Heute sind es sogar 5300 bis 6000 Teilnehmer geworden, 20% davon sind Frauen. 

Teilnehmen dürfen alle, die im Besitz eines gültigen Führerscheins oder einer Prüfbescheinigung sind. So dürfen beispielsweise auch 17-jährige Fahranfänger, die am Modellversuch „begleitetes Fahren“ teilnehmen, mitmachen. Sie müssen dann nur in im öffentlichen Verkehr begleitet zum Platz fahren. Dort dürfen sie selbst ran. Auch beim Motorradtraining dürfen 16-Jährige mit dem Führerschein A1 am Tageskurs teilnehmen. ADAC-Mitglieder erhalten eine Ermäßigung.

 

Mehr Infos zu Öffnungszeiten, Preisen und Trainingsauswahl erhält man unter Tel. 0 52 51/8 78 88 78 oder im Internet unter www.fahrtraining-paderborn.de