Christian Strohdiek
Früh übt sich, ... wer ein Profi werden will!
Es ist der erste Donnerstag im Februar, etwa eine Stunde vor Trainingsbeginn in der ENERGIETEAM ARENA. Das HochGLANZ Stadtmagazin trifft den jungen Abwehrspieler Christian Strohdiek und den stellvertretenden Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), Michael Bauer. Wir wollen wissen, wie der Weg aus der eigenen Jugend in den Profibereich aussieht. Da zudem die Arbeit des NLZ kontinuierlich - und zwar rasant - professionalisiert wird, möchte auch Michael Bauer wichtige Gesprächs-Akzente setzen, da verstärkt auf die Zusammenarbeit von Jugend- und Profibereich Wert gelegt wird.
Christian Strohdiek ist Sportler durch und durch. Lässig nimmt der durchtrainierte 1,92 Meter-Mann Platz. Wie verlief die Entwicklung vom „Youngster“ zum Profi. Angefangen hat alles mit ein paar Kumpels beim Fußballspielen in Elsen. Die Jungs entwickelten ihre fußballerischen Qualitäten soweit zum positiven, dass aus dem Traum Wirklichkeit wurde und der angedachte Wechsel zum SCP auch in die Realität umgesetzt werden konnte. Daraufhin spielten die jungen Kicker rund drei Jahre in der C-Jugend bis Schritt für Schritt der „Aufstieg“ in die B-Jugend erfolgte. „Dort wehte dann aber schon ein etwas anderer Wind“, erinnert sich Christian. Aus Kicker-Spaß wurde immer mehr sportlicher Ernst – die ersten Freunde hielten den gestiegenen Anforderungen nicht mehr Stand und beendeten hier ihre professionelle Fußball-Laufbahn. Nicht jedoch Christian. Mit viel Biss und Durchhaltevermögen überstand er alle Selektierungsvorgänge und konnte ab dann sogar immer häufiger auch mal bei den älteren und erfahrenen Spielern sein Können unter Beweis stellen. Es folgten Stationen wie A-Jugend-Bundesliga, U23 sowie Trainingslager bei den Profis. Man kann durchaus sagen, Christian war häufig zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und fand Freunde und Förderer im Fußballsport.
Doch Fußball ist bekanntlich nicht alles im Leben. Seine Ausbildung zum Zimmermann absolvierte er stets nebenbei, was nicht immer ganz leicht war. Christian: „Erst acht Stunden auf dem Bau, dann wieder Training und das immer wieder war schon ganz schön anstrengend.“ Doch Christian war nie alleine. Seine Familie und ganz besonders sein Vater spornte ihn immer wieder an, durchzuhalten. So schaffte der junge Zimmerer nach zwei Jahren seinen Facharbeiter-Abschluss und konnte sich auch weiterhin mit einem hohen Maß an Kontinuität dem Fußball widmen.
Welche Qualitäten muss man für solch einen fußballerischen Werdegang fußballerisch eigentlich mitbringen? Strohdick schmunzelt. „Die technische Begabung ist mir zwar nicht in die Wiege gelegt, aber auch die muss man beherrschen. Meine absolute Stärke ist mein eiserner Wille. Ich habe mir immer kleine Ziele gesteckt, die ich dann Schritt für Schritt gemeistert habe. Dazu gehört natürlich in der Jugend auch oftmals der Verzicht auf so einiges, was im persönlichen Umfeld die Freunde unternehmen. Parties feiern, Nächte durchtanzen und trinken, etc. all das gab es nicht. Nach der Schule ging es zum Beispiel auch nicht an den Spiele-PC, sondern auf den Sportplatz zum trainieren.“
Wie aber sieht heute Christians Leben aus, mag man sich fragen. Was macht ein Profifußballer eigentlich den ganzen Tag lang? Christian lacht. „Ich bin ein Mensch wie du und ich. Stehe morgens fast immer pünktlich um 8 Uhr auf, frühstücke, fahre zum Training, esse zu Mittag, trainiere wieder, alles halt sehr geregelt, wie im Fußballspiel auch. Im Fernsehen schaue ich gerne GZSZ (Gute Zeiten, Schlechte Zeiten) und in der Freizeit bin ich gerne mit meiner Freundin und Freunden zusammen.“ Ein ganz normaler junger Mann also mit dem Wissen und Gewissen, all seine sportliche Kraft zu geben und sie dem Fußball zu widmen.
Erklärt: Das NLZ
Michael Bauer: „Das NLZ ist grundsätzlich dazu da, junge Talente zu erkennen und zu fördern. Von der U12 bis zur U23 sind es acht Mannschaften, die zum NLZ des SC Paderborn 07 gehören. Zwei Mal im Jahr versuchen wir, die jungen Spieler nach sportlichen und persönlichen Qualitäten zu beurteilen. Danach wird ein Spielerkreis ausgewählt, den wir für förderungswürdig halten. Das NLZ bietet zusätzliche Trainingseinheiten an, denn viel Training verhilft auch zu viel Leistung!“ Dennoch weiß Bauer auch, dass eine Karriere nicht zu 100 Prozent durchplanbar ist. Ein gewisses Quäntchen Glück gehört auch dazu. Wichtig ist ihm allerdings die richtige Grundmentalität. Wenn man die hat, kann man auch gegen Fußballer antreten, die stärker als man selbst sind, erzählt Bauer. Bei Christian Strohdiek ist Bauers Meinung nach diese Willens und Charaktereigenschaft vollends gegeben. „Mit seiner Einstellung kommt er ganz bestimmt dort oben an, wo er hin möchte“, so Michael Bauer.
Wenn Christian seine Weg in diesem Maße weiter geht, dann werden wir wohl ganz sicher noch vielem vom Elseraner Jungen hören und ihn hoffentlich ganz ganz oft in der ENERGIETEAM ARENA erleben dürfen!
Kurz zur Person:
Christian ist am 22.01.1988 geboren, 1,92 m groß und 85 kg schwer, er wohnt in Paderborn/Sande. Nach seiner Zeit bei der TuRa Elsen (1994-2000) wechselte er zum SCP. In der Saison 2009/2010 absolvierte Christian elf Zweitliga-Einsätze. In dieser aktuellen Spielzeit kam er bereits auf 15 Einsätze. <<





