Bayerisches „Schmankerl“ auf vier Rädern!
Von Turin an die Pader
Diesen Mann wünscht man sich, wenn man auf Günther Jauchs Millionärs-Ratestuhl sitzt und seine Autofrage nicht beantworten kann! Rainer Held, Apotheker und erster Vorsitzender des Oldtimer-Clubs Paderborn weiß einfach alles rund um das Thema Auto. Das erfährt HochGLANZ, als er uns eines seiner Schmuckstücke aus längst vergangenen Tagen präsentiert. Einen BMW 2500 (E3) aus dem Jahre 1971. Mit diesem Artikel startet HochGLANZ eine kleine Serie zum Thema „Oldtimer und ihre Väter“.
Rainer Held öffnet sein Garagentor und man traut seinen Augen kaum. Wie in einem kleinen Automuseum sieht es hier aus. Bilder, Wimpel, Plaketten, Pokale, eine kleine Werkecke und zahlreiche Modellautos schmücken den Raum. Und dann erblicken wir ihn – den dunkelblauen BMW 2500. Behutsam schieben wir das schwere Fahrzeug hinaus, um es zu fotografieren. Den Motor für diese paar Meter anzulassen, schade dem Motor nur, erklärt uns Rainer Held.
Angefangen hat seine Leidenschaft für alles, was mit Rädern zu tun hat, schon in früher Kindheit. Egal ob die Rädchen in Uhren, Fahrräder oder später dann die Autos, alles, was rund war, war quasi seins. Der erste Oldtimer – ein Triumph - sollte es dann im Jahr 1989 sein, der BMW stieß im Jahr 2007 zur Sammlung. Und dieser Wagen hat eine hoch interessante Vergangenheit, wie Rainer Held erzählt, als wir den Wagen perfekt positioniert haben. Vor Rainer Held hat der Wagen lediglich eine Vorbesitzerin gehabt – die Wirtschaftsanwältin Enrica Eandi aus Turin. Sie entschied sich damals für dieses dunkelblaue Auto mit hellgrauen Velourssitzen, Holzlenkrad, hinteren Kopfstützen und Leichtmetallrädern, genau wie in den neuen 1971er BMW-Verkaufsprospekten für die 2. Serie. Nach der Auslieferung wurde noch ein Blaupunktradio eingebaut, welches Frau Eandi auch vom hinteren rechten Sitz bedienen konnte. DENN: Frau Eandi hatte stilgerecht einen Chauffeur! Der vordere rechte und der hintere linke Sitz wurden offensichtlich nie benutzt. Im Laufe der Jahre wurde der BMW vom Chauffeur allerdings „verschlimmbessert“, wie uns Rainer Held erzählt. Viele Aufkleber im Innenraum, vier Schmutzfänger hinter den Reifen, blitzblaue Windabweiser an allen vier Seitenscheiben, eingebaute Rückstrahler in den Türen und noch vieles mehr, verunstalteten den Wagen enorm. Dies alles ist heute jedoch wieder entfernt und in den Originalzustand gebracht.
Fast unglaublich ist, dass es sich bei dem Lack mit Ausnahme der Kotflügel noch um den ersten handelt. Der Wagen scheint also kaum im Winter gefahren zu sein. Überhaupt wird er die Straßen mit heute insgesamt nur 100.000 gefahrenen Kilometern eher selten gesehen haben.
Dies hat sich in Paderborn aber geändert. Rainer und Monika Held sind oft mit ihrem Bayern unterwegs und haben schon so manche Ecken Deutschlands bereist.
Eine technische Besonderheit möchte uns Rainer Held aber doch noch mit auf den Weg geben. Dieser BMW E3 war seinerzeit der erste BMW mit dem neuen 6-Zylinder-Motor, der später in allen 3er, 5er und 7er-Modellen Furore machte. Der Nachfolger des E3 war dann 1977 der erste 7er BMW.
Gemeinsam mit Rainer Held schauen wir uns seinen E3 noch minutenlang an, bis er wieder unters Dach muss, denn Regen zieht auf und absichtlich nass werden lässt er ihn nie. „Klar, wenn wir auf Tour sind, dann kann er auch schon mal in einen Regenschauer kommen, aber was nass ist, kann man ja auch wieder trocknen“, schmunzelt Rainer Held.
Aber Auto ist nicht nur gleich Auto. Monika Held: „Wenn mein Mann abends aus der Apotheke kommt und einen anstrengenden Tag hatte, reicht schon eine Stunde bei seinen Oldtimern zur optimalen Beruhigung – Balsam für die Seele also“.
Rainer Held und seine Oldtimer – eine Liebesgeschichte, die wohl nie enden wird. Wir wünschen den Helds noch viele erlebnisreiche und unfallfreie Kilometer auf Europas Straßen!
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