Margit Budde
Margit Budde über Sport, Leistung und Ehrenamt
Frühlingserwachen
im Ehrenamt
Margit Budde ist mit Herz und Seele Fechterin. Seit 48 Jahren sind Florett, Säbel oder Degen ihre treuen Wegbegleiter. Als Vizepräsidentin des Deutschen Fechterbundes und Vorsitzende der Deutschen Olympischen Gesellschaft im Hochstift sprach sie mit HochGLANZ über ihr persönliches Frühlingserwachen in Sport und Ehrenamt.
Ein Zufall sollte sie für das Leben prägen, damals vor rund 50 Jahren in Bochum-Grumme. „Der Onkel meiner besten Freundin war Fechtmeister im TV Wattenscheid“, erzählt Margit Budde „Er holte uns ab, weil wir kein Auto hatten und hat uns mit zum Fechten genommen.“
Das bedeutete konkret: Fred Krüger fuhr fünf Jahre lang, zweimal in der Woche die Strecke von rund 15 Kilometern, damit die beiden Mädchen zum Training konnten. „Ohne das Engagement von Krüger wäre ich nicht beim Sport geblieben“, sagt Margit Budde heute. „Das wollte ich zurückgeben.“ Und das hat sie in den letzten Jahrzehnten. Als aktive Sportlerin und im Ehrenamt.
Schon früh lernte sie, sich in einem von Männern dominierten Sport durchzusetzen. „Damals machten wir ein Jahr nur Beinarbeit bevor es die erste Sportwaffe in die Hand gab“, erinnert sie sich. Im so genannten Friesenkampf (Fechten, Schießen, Laufen, Schwimmen und Kugelstoßen) feierte sie erste Erfolge.
Allein durch Südfrankreich
Mit 13 Jahren nahm Margit Budde an einem Leistungslehrgang in Südfrankreich teil. „Meine Mutter setzte mich in den Zug. Allein fuhr ich quer durch Frankreich mit Umsteigen. Meiner Tochter Katharina hätte ich das in dem Alter nicht erlaubt“, sagt die Mutter von drei erwachsenen Kindern. Bereits mit vierzehn Jahren folgte die Lehre zur Industriekauffrau, aber trotz beruflicher Anforderungen blieb sie dem Sport treu: Westfalenmeisterin und Westdeutsche Meisterin sind nur einige ihrer Titel. 1970 erfolgte der Umzug nach Ostwestfalen. „In Bielefeld bekam ich eine gute Stelle bei Dr. Oetker in der Abteilung Kommunikation“, erzählt sie. Auch auf der Fechtbahn ging es weiter voran. Mit dem Bielefelder Sportverein BTG stand Margit Budde im Finale der deutschen Meisterschaften.
Auf nach Paderborn
Ende der Siebziger Jahre verließ sie das Unternehmen und zog nach Paderborn, um zu heiraten. Wegen der Kinder legte Margit Budde beruflich eine Pause ein und „kniete sich voll ins Ehrenamt“. Viele Jahre war sie Abteilungsleiterin der Fechtabteilung des TV 1875 Paderborn. Auf dem westfälischen Fechtertag 1996 fiel sie auf, weil sie kritische Fragen stellte. „Da hieß es: du fragst immer so schlau, mach das“, sagt die Sportlerin. Gesagt, getan.
Margit Budde organisierte viele Lehrgänge und Workshops für Kinder und Jugendliche. Aber Degen und Florett hängte sie nie an den Nagel. Sie ist eine erfolgreiche Seniorenfechterin und Mitglied der Deutschen Senioren-Nationalmannschaft. „Viele hören mit dem Sport auf und sind nur noch als Funktionäre tätig. Das wollte ich nicht“, betont sie im Rückblick. Der Besuch von Welt- und Europameisterschaften führte sie durch die ganze Welt: Von Finnland bis nach Australien.
Soviel Einsatz im Ehrenamt wurde belohnt. Im Jahr 2000 klingelte das Telefon. Der Deutsche Fechterbund fragte, ob sie sich vorstellen könnte, Vizepräsidentin für den Bereich Breitensport zu werden. Ohne zu zögern, stellte sich Margit Budde zur Wahl und setzte sich durch. „Dank meines ehrenamtlichen Engagements habe ich ein riesiges Netzwerk in Sport, Wirtschaft und Politik“, sagt sie. „Im Ehrenamt entwickelt man viele Fertigkeiten wie sicheres Auftreten, arbeiten im Team oder rhetorische Fähigkeiten. Man lernt zu organisieren und sich durchzusetzen.“ Gerade in ihrem Job sind das wichtige Eigenschaften. Als Leiterin der Kommunikationsabteilung eines großes Düsseldorfer Unternehmens steht sie oft im Mittelpunkt von Veranstaltungen.
Auch der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt. Zusammen mit ihrem Team entwickelte die Paderbornerin zum Beispiel das Fecht.mobil. „Ich will etwas bewegen“, betont Margit Budde. Das tut sie auch mit der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG) im Hochstift, deren Vorsitzende sie seit 2005 ist. „Mit Hilfe der Sparkasse Paderborn unterstützen wir 6 Kindergärten. Wir schaffen zum Beispiel Sportgeräte an. Jeder Kindergarten bekommt auch einen prominenten Paten aus dem Sport“, erklärt sie.
Es ist viel passiert im Leben von Margit Budde. Aus dem kleinen Mädchen aus Bochum-Grumme ist eine engagierte Paderbornerin geworden, die eine ganze Stadt mit ihrer Leidenschaft für den Sport ansteckt.
Erklärt: Fecht.mobil
Das Fecht.mobil hat acht Zielpunkte. Nach dem Zufallsprinzip leuchten die Zielpunkte auf. Die Fechter müssen möglichst viele im Zeitrahmen von 40 Sekunden treffen. Dabei geht es um die für den Fechtsport charakteristischen Eigenschaften wie Konzentration, Reaktion und Schnelligkeit. Das fecht.mobil kann von Unternehmen oder für Sportveranstaltungen, Messen oder Stadtfeste gemietet werden. Mehr Infos unter www.fechten.org oder Margit.Budde@web.de >> jh






